Ansichten zur Kunst

Persönliche Gedanken und Empfindungen

Die Statements spiegeln die jeweils in den genannten Jahren, für mich wichtigen Entwicklungsschritte wieder. (2011- 2017 nach unten aufsteigend)

Statement 2011 / 2012

 

„Meine Bilder entstehen aus dem Gefühl das ich habe und der Erfahrung die ich gewinne“

Dieser Satz war die spontane Antwort auf die Frage einer Atelierbesucherin in meinem damaligen Förderatelier 13  im Andreas-Stadel in Regensburg,  woher ich meine Inspiration nehme. Er beschreibt kurz und bündig wie meine Bilder entstehen - in dem ich mich auf den Weg mache eine Geschichte zu erzählen.

 

Alles begann damit mit Tusche und Feder meine ersten eigenen Welten zu zeichnen, ich entwickelte meine eigenen Figuren und Symbole, meinen eigenen Aufbau der Bilder. Um überall zeichnen zu können tauschte ich bald die Feder durch den Tuschestift, begann die Zeichnungen zu scannen, mit Bildbearbeitungsprogrammen zu kolorieren, auszudrucken, auszuschneiden, mit Abstandhaltern zu 3D Bildern zu verbinden … die Serie Stadtleben war geboren …

 

Gleichzeitig stieg das Interesse naturalistisch zu zeichnen und die Bleistiftzeichnung fand ihren Einzug.

 

Im Jahr 2000 begann ich mich dem Stoff zu nähern. Ich nähte meinen ersten traditionellen LogCabin Quilt und mir wurde bewusst meine Leidenschaft fürs Nähen entdeckt zu haben – nicht aber unbedingt für das traditionelle Patchwork.

Ich wollte etwas anderes, ich wollte meine eigenen Bilder machen – keine Decken oder Kissen …

Eine ganze Menge von Büchern über Textilkunst, Quiltkunst und Design wälzend, entdeckte ich die Methode des Freihandquiltens mit der Nähmaschine, welche es ermöglicht direkt auf dem Stoff zu zeichnen.

Während es im traditionellen Sinn des Quiltens darum geht, die beiden Lagen Stoff und das Vlies dauerhaft durch Steppstiche (…quilten) zu verbinden um Haltbarkeit und Verzierung hinzuzufügen, nütze ich das Freihandquilten um Bilder zu zeichnen, bzw. zu sticken.

Die Dreilagigkeit und abgeschlossene Form eines Quilts behalte ich dabei meist bei.

 

Ich schätze besonders die Oberfläche die durch das Freihandquilten entsteht und sich durch Perlen, Pailletten und applizieren eigener folierter Zeichnungen ganz individuell gestalten lässt.

Aber auch Linoldruck auf Seide und Stoff ist für mich ein gutes Medium - mittlerweile lasse ich mir auch Stoffe nach meinem eigenen Design professionell drucken, um mehr und mehr unabhängig vom Design anderer Quiltstoffe zu werden.

 

Meine Kunstquilts haben den traditionellen Ursprung eines Quilts längst verlassen und sind zu eigenständigen Bildern aus Stoff und Faden geworden.

 

Mehr und mehr versuche ich die Ein- bzw. Zweidimensionalität zu verlassen und suche nach Wegen meinen Bildern eine dritte Dimension hinzuzufügen. Erste kleine dreidimensionale Arbeiten entstehen und auch die Verknüpfung meiner Kunstquilts zur Installation bietet neue Denkweisen .

 

Stück für Stück finde ich Neues und integriere es in die Entwicklung meiner kreativen Möglichkeiten der Darstellung.

 

Obwohl ich mich trotzdem für viele immer noch in der Grauzone zwischen Textilkunst, Kunsthandwerk und Bildender Kunst bewege, habe ich für mich längst meine Definition gefunden:

Ich stelle  mit den Mitteln der Bildenden Kunst textile Bilder her auf der Basis von gesicherter handwerklicher Erfahrung.

 

Für mich steht der Kunstgedanke im Gegensatz zum Handwerk. Er schafft den Freiraum, lässt Gedanken zu und Ängste, Sehnsucht und Enttäuschung – ohne zu werten. Was entsteht geschieht, weil es zugelassen und nicht reglementiert wird und die Fehlbarkeit gibt der Perfektion die Hand. Das Ergebnis ist oft verblüffend – verblüffend einfach – und trifft den Betrachter, weil er sich darin wieder findet, mit seinen eigenen Wünschen und Zwängen.

 

Für mich ist Kunst der unabdingbare Versuch der Seele

Kontakt aufzunehmen mit der Außenwelt

In der Hoffnung wahrgenommen und akzeptiert zu werden

Ohne sich erklären zu müssen.

 

 

Ich habe an sehr vielen Ausschreibungen und Wettbewerben im Bereich Textil und Quilt teilgenommen und dabei sehr viele gute, aber auch einige negative Erfahrungen gemacht. Viele Einschränkungen gibt es im Bereich textiler Kunst und noch mehr Barrieren für Autodidakten in der Bildenden Kunst. Letztendlich habe ich mich durch nichts von meinem Weg abbringen lassen und gelernt meinen eigenen Weg zu gehen.

 

Meine Bilder sind eine Art Statement zu verschiedensten Themen, sind Momentaufnahmen, Feststellungen - sie mischen sich nicht ein und sie werten und verurteilen nicht - sie regen an nachzudenken und zu empfinden.

 

 

Statement 2013

 

Ich empfinde es als großes Geschenk die Fähigkeit in mir zu tragen, meine Sichtweisen und Gefühle in meinen Bildern umzusetzen, egal ob sie genäht, gezeichnet, gemalt oder aus Papier montiert sind.

Jedes meiner Bilder hat seine eigene Aussage - Pauschalaussagen sind meine Sache nicht!

 

Für mich sind meine Bilder und Kunstquilts Botschafter der Menschlichkeit in einer Welt in der Kreativität und freies Denken Mangelware geworden sind und sich die Menschlichkeit allzuoft der Macht, der Habgier und der kapitalistischen Nützlichkeit beugen muss.

 

Der Moment in dem aus Kunstwerk und Titel eine Einheit wird und der kreative Prozess der Einflussnahme auf die Aussage abgeschlossen ist, gleicht der Geburtsstunde der Freiheit und des Loslassens - ist aber auch eine Bewährungsprobe des Selbst sich zu zeigen und standzuhalten ...

 

 

 

Statement 2014

 

... es geht um mehr als das Sehen, es geht um das fühlende Sehen ...

ein Zitat aus der Rede zu meiner Ausstellung Transparente Erosionen, beschreibt treffend den Weg den ich mit meinen Bildern gehe.

 

Vielleicht gegen den Trend, aber meinem eigenen Weg folgend, versuche ich mich nicht in absolut Abstraktem zu verlieren, sondern auch den realistischen Bezug zu verdeutlichen.

Oft ist es schwer für den Betrachter ein genähtes Bild als Bild anzuerkennen - zu tief sitzt das Vorurteil ... Genau diese Vorurteile führe ich in meinen Bildern vor und genau das ist es, womit ich viele, offene, kritikfähige und interessierte Menschen erreiche.

 

Künstler sein bedeutet für mich in erster Linie eine Meinung zu haben und diese Auszudrücken und ist weniger vom verwendeten Medium (Malerei, Kunstquilt, Zeichnung, Foto, Gedicht ...) abhängig - als von der Grundidee, der Aussage die ich treffen will.

 

Das Medium muss zur Aussage passen. Und Guerilla Kunst ist meine Sache nicht.

Dies birgt manchmal die Gefahr, dass Oberflächliche Menschen  meine Bilder auch nur Oberflächlich betrachten und ihnen die Aussage verborgen bleibt - weil der tiefere Sinn nur

mit menschlicher Tiefe zu erkennen ist. Diese Gefahr nehme ich für meine künstlerische Freiheit gerne in Kauf :-)

Ich sehe  meine Bilder, besonders die Kunstquilts, Ölpastelle und Zeichnungen eher als Gedichte und Kurzgeschichten - sie erzählen, wenn man ihnen zuhört ... - vom direkten Erleben, von Politik, von Gefühlen und auch von Träumen die Veränderungen zulassen - Anderes anders sein lassen ...

 

 

Besonders freue ich mich wieder in ein schottisches Projekt miteingebunden zu sein - ein Kunstprojekt der anderen Art -  scottish diaspora tapestry - diesmal wird gestickt.

Viele Menschen Künstler und nicht Künstler begeben sich zurück in eine Zeit die man nur aus dem Museum kennt und eignen sich die Handwerkskunst der Stickens an ...

Ein Eintauchen in einen anderen "Zeitraum" ...

 

Neben meiner Auseinandersetzung mit der Welt und dem Gesehenen, wird auch immer das Weiterentwickeln meiner bildnerischen Fähigkeiten, das Handwerk dessen und auch das aneignen von Neuem, ein Teil meines Persönlichen und nicht nur des künstlerischen Weges sein.

 

Jedes Lernen geht seinen eigenen Weg, jeder Lernende seiner individuellen Freiheit entgegen - wenn man ihn lässt und ihn nicht in Systeme zwängt die jeder persönlichen Weiterentwicklung im Wege stehen, weil sie auf Systemkonformes Funktionieren und Darstellen ausgelegt sind um all den Urteilen und Verurteilungen stand halten zu können, die das "Dazugehören" in unserer Gesellschaft vermeintlich vorraussetzt ... es geht auch anders :-), nur Mut ...!

 

Je länger ich diesen Weg nun gehe, desto freier empfinde ich mich in der Art meiner Ausdrucksweisen. Ich bin sehr froh mit meiner Kunst nicht zum "Kunstdienstleister" avancieren zu müssen, um diese Freiheit ausschöpfen zu können.

 

Dies soll kein falsches Bild werfen, ich bewundere JEDEN Künstler, dem es gelingt seine Werke zu Preisen zu verkaufen, die ihm ein gutes Auskommen sichern,

dennoch sehe ich den Druck ( Erfolgsdruck und finanzieller Druck)  unter dem viele dieser Künstler stehen und der sehr oft Dem, was ich für die Grundlage kreativen Tuns halte, im Wege steht.

Ich kenne viele Künstler deren professionelles Arbeiten sicher nicht dadurch in Frage zu stellen ist, dass sie neben ihrer Kunst noch einen Nebenjob haben...

 

Die Freiheit sich künstlerisch zu betätigen, sollte sich nicht nach  Kunstmarktpreis und Sammlerwert richten, nicht nach der Zugehörigkeit zu Vereinen und auch nicht nach Galerievertretungen, sondern nach dem inneren Drang sich auszudrücken.

 

Und jeder der diesen Weg geht und sich die Freiheit der "eigenen Handschrift" in der Kunst widmet, muss dann und wann damit rechnen, dass andere sie evtl. nicht lesen können. In diesem Fall, bin ich immer froh, dass es die Möglichkeit der Werksbeschreibung gibt, bei der meist in ein paar Sätzen zusammen mit dem Titel und dem Bild Abhilfe geschaffen werden kann.

 

Es gibt viele Kriterien nach denen Quilts und auch Bilder bewertet werden, Stil, Komposition, Farben, Technik ... Die Frage ist, was zählt für den Künstler, welche Kriterien hat er für sein Schaffen?

Das perfekte, schöne Bild, das allen Bewertungskriterien standhält oder die Freiheit sich Auszudrücken, zuzulassen was entsteht und damit sein eigenes Denken  und empfinden zu zeigen?

 

Für mich ist es das Denken und Definieren von Abstraktion in der Pop Art, das mich fasziniert. Dieses frei sein vom Zwang der Perspektive. Abbilden, Aufzählen, Verändern, Wiederholen ... wenngleich meine Arbeiten sich hier im Stil und Aufbau von Bildern der Popart unterscheiden, so ist der Grundgedanke in dem meine Bilder entstehen für mich doch sehr ähnlich.

 

"Jetzt- Zeit-Idyllen, die uns auf genähten und gezeichneten Bildcollagen begegnen ... - ein von der Pop-Art genährtes, ungefiltertes Konglomerat aus lärmfreien Autos, Frauenbeinen, Lippenstiften und symbolträchtigen Formen ... Substantielle Freilegung als ein Transparent - Machen ..."

(Zitat/Sabine Schneider Mag. Art)

 

Den ganzen Text gibts auf: Installation/Ausstellung/Exhibition

bei dem Bericht zur Ausstellung: "Transparente Erosionen"

 

 

 

Statement 2015 

 

Nichts ist wohl mehr "Ansichtssache" als das "was" Kunst ist und doch ist es gerade die Suche nach dieser  Definition das Wesentliche für Viele.

 

Für mich ist Kunst nichts Anderes als eigenes Denken und Empfinden auszudrücken, meine eigenen Ansichten zu haben und die Veränderung dieser Zuzulassen. Es ist immer wieder interessant, wie sich Ansichten unterscheiden und wie schwer es manchmal ist die Ansicht des Anderen zu akzeptieren ... und auch wie sich Darstellung mit dem Wachsen von eigenen Ansichten verändert  und manchmal aus "Spiel" bittere Wahrheit wird, wie dies in meiner Arbeit: "Überwachungsstaat" geschah.

 

Meine Seele führt den Weg  zum Bild , worüber ich sehr froh bin, denn es ermöglicht mir während des Darstellungsprozesses, nicht  über all die Reglements und Ansichten von aussen nachdenken zu müssen, sondern der Sache die mich bewegt eine eigene Ansicht zu geben.

 

In meiner Ausstellung: Ansichtssache(n) im Februar diesen Jahres, zeige ich aktuelle Arbeiten neben Bildern und Artquilts vor und während meiner Zeit als Förderkünstler des  Künstlerhauses Andreasstadel.

Ölpastelle neben Artquilts, Zeichnungen und Textile Objekte - Grundgedanken, Veränderungen, Weiterentwicklung ...

 

Ansichtssache(n) = Sachen sehen, eine Sache ansehen, Ansichten sehen, eine Ansicht haben

näheres dazu finden sie hier: Ansichtssache(n)

 

Ein Begriff, der mich im Moment sehr beschäftigt ist : Kreativ Wirtschaft - ein für mich in Beziehung zur Kunst äußerst schwieriger Begriff, der wohl die Vermarktung und Vernetzung, betreffen soll ...

Ich schließe diesen Begriff für mich und meine Arbeit aus, wenngleich ich auch sehe, dass dies wohl ein Versuch sein soll, wieder eines dieser "Netzwerke" zu schaffen ... Was dies betrifft finden sie meine Meinung dazu hier.

Jeder Künstler muss kreativ sein und natürlich sind kreative Wege zur Vermarktung ein sehr hilfreiches Mittel um als Künstler zu überleben, aber der Begriff der Wirtschaftlichkeit, schränkt in meinen Augen den Begriff der Freiheit als Künstler ziemlich ein.

Ich stelle keine Produkte her, die sich im Markt an Angebot und Nachfrage orientieren - meine Kunst stellt fest, weist hin, zeigt auf, erzählt ... auch Dinge die nicht gerne gehört werden wollen..  .

 

Warum muss immer versucht werden, Künstler künstlich zu organisieren, zusammenzufassen was nicht zusammenpasst, zwanghaft ein Gemeinschaftsgefühl gefordert werden - für mich ist dies alles ein Angriff auf Individualität, auf künstlerische Freiheit und auf Selbstbestimmung und hat sehr viel mehr mit Überwachung und Zwang zur Anpassung zu tun. Der offene Austausch verschiedener künstlerischer Genres ist meiner Meinung nach sehr viel produktiver als die Kunstrichtungen in Schubladen zu stecken und mit Sprechern zu versehen.

Gerade der Blickwinkel den die Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema für eine Zeichnung hat, kann über die Kommunikation mit Tänzern oder zeitgenössisch arbeitenenden Künstlern zum Thema eine ganz neue Richtung bekommen.

 

"Was du bist da nicht dabei?!, " Was du kennst Den nicht? aber Der kennt doch Den und ohne Den geht es nicht, wenn du weiterkommen willst ...!

 

 

Kunst ist Freiheit, Freundschaft und Individualismus und Selbstorganisation ist hier das Schlagwort, das ich nur jedem sich künstlerisch betätigendem Menschen empfehlen kann.

 

Kunst ist für mich eine universelle Sprache, die  rund um die Welt eine Möglichkeit zur Kommunikation bietet und zwar für Alle die sich dafür interessieren. Und genau aus diesem Grund, sollte es jedem offen stehen,

ohne Angst vor dem Vorlegen von Mitgliedsausweisen, um Förderungen anzufragen und an Ausstellungsmöglichkeiten zu gelangen.

 

Das wäre vielleicht ein erster Schritt zum Miteinander und zur Akzeptanz, nicht nur in der Kunst auch im menschlichen Miteinander!

 

Ich stelle für mich immer wieder fest, je unabhängiger und selbstverständlicher ich meinen Weg als Künstler gehe, desto aufgeschlossener reagiert das Umfeld.

Und es scheint als wäre ich an einem Punkt angekommen, andem es sich für mich erübrigt zu Erklären was entsteht und warum, es reicht, dass es ist was es ist ... ( um Erich Fried zu zitieren / Es ist was es ist sagt die Liebe)

 

 

Statement 2016

 

" ...zugelassen sind Arbeiten die nicht älter als drei Jahre sind, nicht im Internet veröffentlicht sind und die noch nie in einer überregionalen Ausstellung gezeigt wurden ..." Zitat aus Texten zum Bewerbungsverfahren von Ausstellungen .

 

Ja liebe Künstler und Kunstfreunde, die ihr an euren Bildern hängt, so schnell ist es abgelaufen, das Mindesthaltbarkeitsdatum und was?

ihr habt etwas in Europa oder gar Aussereuropäisch ausgestellt, tja wenn ihr es nicht verkauft habt, vielleicht habt ihr ja ein großes Atelier um es einzutüten ... und die Sammler, habt ihr da nicht vollkommen veraltete Kunst zu Hause?

 

na ja Amerika ist vielleicht etwas anderes , damit lässt sich eher noch Werbung machen - oder wie war das -  ist Kunst politisch? oder ist eher Werbung politisch ? oder ist vielleicht gar alles nur eine Frage des Geldes ?  sollte nicht eher die Ausssage einer Arbeit politisch sein ... nun ja ein anderes Thema ...

 

Als Künstler fügt man sich diesen Regeln natürlich und ja, man entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter und im besten Fall steigert sich das Können - dennoch bin ich der Meinung, dass es oft ältere Arbeiten sind, die manchmal plötzlich an Aktualität gewinnen und deren Aussage nichts dadurch einbüßt, dass sie bereits gezeigt wurden.

.

Künstler sind keine Fabriken, sie produzieren nicht um des Produzierenwillens. Kunst lebt in meinen Augen vom Unikat, von der Einzigartikeit und vom Erkennen des Moments, von der Auseinandersetzung und der Ästhetik und sollte nicht an ihrem Herstellungsdatum gebrochen werden .

 

und was das Internet angeht, des einen Freud das andern Leid - wie man so schön sagt.

Da haben wir Künstler nun die Möglichkeit uns im www zu präsentieren, was dank einfacher Bedienung über Netzdienste heute von jedermann selbst zu machen und zu aktualisieren ist und dann das ...

Ich frage mich ob wirklich jemand denkt, dass er ein Kunstwerk kennt, wenn er es im Internet als Bild sieht ...

In meinen Augen ist eine Homepage ein interessantes Instrument um die Idee seiner Arbeiten zu präsentieren und die Bandbreiten widerzuspiegeln die dem Denken als Künstler zu Grunde liegen.

Und um seine Ansichten und Gedanken schriftlich wiederzugeben.

 

Nehmen wir z.B. die Quilts - kein noch so gutes Foto wird jemals das Gefühl wiedergeben, das man beim Anblick der genähten Oberfläche oder der Farben in der der Realität hat ... egal welches Medium verwendet wird, seine Schönheit entfaltet es immer erst in der Betrachtung des Originals.

 

Wie auch immer, für mich ist die eigene Homepage ein wunderbarer Weg mit Kunstfreunden und solchen die es werden wollen in Verbindung zu bleiben um mit meinen Bildern und Ansichten einen kulturellen Beitrag zur freien Meinungsbildung und Meinungsäußerung zu leisten.

 

und sollten sie sich fragen, warum in manchen Bereichen anscheinend nichts aktuelles veröffentlicht ist  und ob wohl nichts Neues entsteht - tja, dies sei dem Kunstzirkus geschuldet - in dem wir uns befinden und dem  nur schwer zu entrinnen ist ...., denn bei aller Selbstvermarktung und Unabhängigkeit auch  der Ort an dem es gezeigt wird macht die Kunst ...

 

 

Eine Freundin hat einmal einen wunderbaren Satz gesagt:

 

"Ich freue mich immer, wenn du auf Ausstellung auch ältere Arbeiten zeigst, es ist dann fast so wie einen alten Freund wiederzutreffen und auch wenn ich dir wünsche, dass du viele Arbeiten verkaufst, freue ich mich über Jede die ich dann und wann ausgestellt wiedersehe ..."

 

also: Keine Angst vor dem Alter - es kann sich sehen lassen !

Statement 2017

Süße Harmonie mit Toleranz oder Balance der Gegensätze und Akzeptanz?

 

Je mehr dieser furchtbaren Ausmalbücher und Doodledesignbücher, zum Teil mit Anleitung zum Ausmalen in Farbübergängen, es gibt, desto mehr entledige ich mich meines Harmoniebedürfnisses.

Und ich merke, dass ich dieses süsse Harmoniegetue von Gelb zu Orange, über Rot zu Violett und Blau und Grün nur schwer akzeptieren kann.

 

Farbe hat Bedeutung, ebenso wie das Spiel zwischen Hell und Dunkel; was ich darstelle hat Grund und Sinn - das Bedeutet nicht, dass farblich harmonische Übergänge grundsätzlich abzulehnen sind, aber das Spiel mit dem Kontrast, darf nicht zum harmonischen Friede, Freude, Eierkuchen werden, bzw. zum Sträußchen Petersilie auf der Wurstplatte - um mit einem Beispiel zu arbeiten.

 

Ich kann verstehen, dass viele Menschen sich heute in diese Welt der Ausmalbücher flüchten. Es ist soviel einfacher vorgegebenes zu konsumieren, statt sich auf seine eigenen Linien einzulassen, die womöglich nicht dem vermeintlichen Kunstanspruch genüge tragen, den viele so gerne nach Aussen vertreten. Ausmalen zur Entspannung kann ich durchaus vertreten, aber alle die Künstler die diese Bücher bestücken? Sollte der Weg nicht eher sein, die Menschen auf den Weg der eigenen Formen zu bringen?

 

Für mich ist diese Flucht in die Ausmalunterhaltung, nichts anderes als die Suche nach vermeintlichem, von außen aufgesetztem Friedensgefühl.

Bleibt die Frage bedeutet Frieden wirklich süsse Harmonie ? Oder beschreibt dies vielleicht  nur die Langeweile die um sich greift und mit bunten Farben scheinbar ein neues Gesicht bekommen könnte... Ein Gleichklang, der längst nicht mehr klingt ...

 

Für mich wird sich der Frieden nur finden lassen, wenn sich Gegensätze und Fremdes, mit Gleichem und Bekanntem in der Balance des Miteinanders befinden.

Wenn Fragen aufgeworfen werden können und Antworten gefunden werden die von Akzeptanz getragen werden.

 

Ich denke es ist notwendig auch Dinge zu akzeptieren, die Unerträglich scheinen. Aber wir sind nicht hilflos, jeder kann mit seinen Mitteln darauf aufmerksam  machen, um diese Dinge wieder ins Erträgliche zurückzuführen.

Sich selbst akzeptieren, mit all den Schwächen und Stärken, bildet die Grundlage der Abgrenzung die in meinen Augen notwendig ist um den Anderen in eben diesen Strukturen zu akzeptieren.

Ich würde dies konstruktiven Widerstand nennen.

 

Zu Tolerieren was Unerträglich ist, würde bedeuten, Unerträgliches zu erleiden und zuzulassen und zu glauben  dadurch auf höherer Stufe zu stehen, besser zu sein. Dies kommt für mich einem Märtyrertum gleich, das letztendlich die Gewaltspirale antreibt, weil es den Grundsatz der Gleichheit komplett zerstört aber keinerlei Lösung bietet .

Ich würde dies manipulativ, destruktiven Widerstand nennen.

 

So ist die künstlerische Auseinanderstzung einmal mehr eine Frage der Weltanschauung und Lebenseinstellung ...